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Es gibt Gedanken, die kommen ohne Glanz und Gloria.
Sie treten in den Raum wie ein leiser Windhauch, der kaum merklich eine Tür bewegt. Einer dieser Gedanken lautet: Was wäre, wenn es klappt? Eine seltsame Frage eigentlich. Denn wir sind es gewohnt, anders zu fragen. Was ist, wenn ich scheitere? Was ist, wenn ich mich irre? Was ist, wenn ich mich überschätze? Diese Fragen tragen viele Menschen wie kleine Gewichte in den Taschen ihres Lebens. Sie halten uns vorsichtig fest. Manchmal auch zurück. Doch hin und wieder geschieht etwas Merkwürdiges. Mitten zwischen all diesen Zweifeln taucht eine andere Möglichkeit auf. Was wäre, wenn es gelingt? Vielleicht ist es genau diese Frage, die wir am seltensten zulassen. Denn sie öffnet eine Tür, hinter der etwas wartet, das größer ist als unsere gewohnte Rolle. Nicht unser Scheitern macht uns manchmal Angst. Sondern unser Licht. Die amerikanische Autorin Marianne Williamson hat diesem Gedanken Worte gegeben - in ihrem Buch "Return to Love", Worte, die geblieben sind. Später wurden sie in die Welt getragen, als Nelson Mandela sie 1994 in seiner Antrittsrede zitierte: „Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir unermesslich stark sind. Es ist unser Licht, das wir fürchten, nicht unsere Dunkelheit. Wir fragen uns: Wer sind wir, dass wir leuchtend, hinreißend, begabt sein dürfen?" Vermutlich liegt darin eine besondere Wahrheit über das Menschsein. Dass wir nicht nur lernen müssen zu fallen, sondern auch zu stehen. Nicht nur mit unserer Verletzlichkeit, sondern auch mit unserer Kraft. Denn Licht ist nichts Großartiges im Sinne von Größe. Es ist etwas Natürliches. Ein Licht kann ein Gedanke sein. Ein Lied. Ein Text. Ein mutiger Schritt. Oder einfach die Entscheidung, das eigene Leben ein wenig wahrhaftiger zu leben. Und manchmal beginnt alles mit einer einzigen und stillen Verschiebung der Frage. Nicht mehr nur: Was ist, wenn es schiefgeht? Sondern vielleicht auch: Was, wenn deine Idee tatsächlich Menschen berührt? Was, wenn dein Text jemandem Mut macht? Was, wenn dein Lied jemanden durch einen schweren Abend trägt? Was, wenn dein Schritt andere inspiriert, ebenfalls einen zu wagen? Vielleicht sind die Dinge, die wir in die Welt geben, kleiner als wir glauben. Oder größer. Wir wissen es nicht. Und so bleibt am Ende nur diese eine Frage, die man wie einen kleinen Stern in der Tasche mit sich tragen kann: Was wäre, wenn es klappt? Wie ein Licht, das nicht plötzlich aufflammt, sondern langsam heller wird. Und vielleicht merkt man eines Tages, dass es längst da ist: Das Licht. Comments are closed.
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Inés Witt
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