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Es gibt jeden Tag einen Sonnenaufgang. Ganz gleich, wie die Nacht war. Ganz gleich, ob wir traurig waren, müde, hoffnungslos oder voller Träume. Die Sonne geht trotzdem auf. „Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen?“ - Georg Christoph Lichtenberg Dieser Satz meint nicht nur das frühe Aufstehen am Morgen. Er meint das Aufstehen im Leben. Das innere Aufstehen. Das Aufstehen nach Enttäuschungen. Das Aufstehen nach Verlusten. Das Aufstehen nach Zeiten, in denen wir gezögert haben, gezweifelt haben, uns versteckt haben. Es gibt im Leben viele Sonnenaufgänge. Neue Möglichkeiten. Neue Begegnungen. Neue Wege. Neue Gedanken. Neue Lieder. Neue Texte. Neue Chancen, jemandem zu begegnen oder jemand zu werden, der wir vielleicht schon lange sein könnten. Die Natur lebt uns das jeden Tag vor. Der Morgen kommt nicht plötzlich. Er wächst. Er wird langsam hell. Ganz sanft, ganz vorsichtig. Fast unmerklich. Und irgendwann ist es Tag, ohne dass man genau sagen kann, wann die Nacht gegangen ist. Auch ein Leben verändert sich oft nicht mit einem großen Knall, sondern mit kleinen Schritten, kleinen Entscheidungen, kleinen Mutmomenten. Ein Gespräch, das man doch führt. Eine Idee, die man doch ausprobiert. Eine Reise, die man doch macht. Ein Lied, das man doch schreibt. Eine Hand, die man doch ergreift. Vielleicht geht es im Leben weniger darum, immer sicher zu sein. Vielleicht geht es mehr darum, bereit zu sein. Bereit, wenn sich eine Tür öffnet. Bereit, wenn jemand uns anlächelt. Bereit, wenn eine Idee anklopft. Bereit, wenn das Leben sagt: Komm. Der Rhythmus der Natur erinnert uns daran: Es gibt eine Zeit der Nacht. Eine Zeit des Wartens. Eine Zeit des Wachsens unter der Erde. Eine Zeit des Blühens. Eine Zeit des Loslassens. Und wieder eine Zeit des Neubeginns. Wir müssen nicht immer rennen. Wir müssen nicht immer stark sein. Wir müssen nicht immer wissen, wohin alles führt. Aber wenn unser innerer Sonnenaufgang kommt, wenn wir spüren, dass etwas in uns heller wird, wenn eine zarte Stimme sagt: „Versuch es“ oder „Geh diesen Schritt“ oder „Trau dich“, dann sollten wir aufstehen. Nicht perfekt. Nicht ohne Angst. Nicht ohne Zweifel. Aber aufstehen. Die Welt wartet nicht darauf, dass wir perfekt sind. Aber manchmal wartet das Leben darauf, dass wir aufstehen. Und vielleicht reicht es für heute schon, nicht liegen zu bleiben, sondern dem eigenen Leben einen kleinen Schritt entgegen zu gehen. Am 15. Juni erscheint ein neuer Beitrag. Dieser enthält alle wichtigen Infos zur Veröffentlichung meines Buches. Mehr zu "Warte nicht zu lange" findest du jetzt schon auf meiner Startseite. Comments are closed.
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Inés Witt
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